Der City Trip Triest von Birgit Kofler und Roland Bettschart ist im Juli 2026 wieder neu erschienen – komplett überarbeitet und aktualisiert. In seiner mittlerweile 6. Ausgabe ist er das zum Erscheinungszeitpunkt aktuellste Reisebuch zur Stadt, präsentiert aus der Perspektive von zwei großen Triest-Liebhaber*innen und Wahltriestiner*innen. Und Aktualität ist wichtig, denn es tut sich gerade eine Menge in Triest.
Der City Trip Triest, erstmals erschienen 2014, ist seit Juli 2026 wieder in einer neuen Auflage verfügbar – der mittlerweile sechsten. Komplett überarbeitet, wie immer rundum aktualisiert, den neuen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklungen in der Stadt auf der Spur, mit neuen Kultur- und Lokaltipps und vielem mehr. Apropos Kulinarik: Manche früher wunderbare Plätze sind – aus verschiedenen Gründen – nicht mehr in der Liste der Tipps enthalten. Das ist das Schöne an den City Trips: Sie sind immer auf dem letzten Stand, und wenn es zwischen zwei Ausgaben wichtige Entwicklungen gibt, finden sich die in den Online-Updates, die es zu jedem der Reisebücher gibt.
Wieder neue Gastro-Tipps
Neu in der Restaurant-Liste sind zum Beispiel das erst kürzlich eröffnete „Zinzendorf“ in Opicina, oder auch ein altehrwürdiges Traditionslokal, in dieser Ausgabe aber erstmals erwähnt, „Il Gabbiano da Bruno“ im Villaggio del Pescatore. Neue Tipps im Stadtzentrum sind zum Beispiel die Bottega di Trimalcione in der Via del Lazzaretto Vecchio oder El Cassettin in der Via della Ginnastica. Unverändert zu den persönlichen Lieblingslokalen der Autor*innen – und natürlich wieder auch im Buch empfohlen – gehören Matteos (demnächst unter neuer Führung von Brian) Tavernetta al Molo in Grignano oder die Hosteria da Libero in San Giusto.
Ein Beispiel dafür, wie schnell sich auch „Geheimtipps“ verändern können: Nicht mehr in die kulinarischen Tipps aufgenommen wurde leider zum Beispiel die „Siora Rosa“, früher eine der wichtigsten Anlaufstellen in Sachen Kulinarik im Cavana-Viertel. Vom legendären Kultbuffet auf der Piazza Hortis, das Generationen von Triestiner*innen von Kindheit an kannten und besuchten, ist leider nur der Name erhalten geblieben. Die großartige Küche, die es früher hier gab, ist mit der früheren Betreiberfamilie verschwunden. Die Übernahme der „Originalrezepte“ durch die neue Betreibergesellschaft, die auch eine Menge anderer Lokale in Triest hat, war wohl ein PR-Gag. Oder es stimmen einfach die Zutaten nicht mehr – jedenfalls gibt es jetzt eher belangloses Systemgastronomisches.
Mitteleuropa und Adria
Soweit ein kleiner Blick in die neue Auflage, die eine Menge mehr zu bieten hat. Und ein paar unserer grundsätzliche Gedanken zu „unserem“ Triest, unserer Wahlheimat am Meer. Für die meisten Bewohnerinnen und Bewohner des deutschsprachigen Europa ist Triest ganz pragmatisch der nächstgelegene Ort an der Adria und schon deshalb überaus populär. Aber Triest ist natürlich viel mehr, es ist eine Stadt, die noch heute von ihrer Habsburger Vergangenheit – das war immerhin von 1382 bis 1918 – mindestens so, wenn nicht deutlich mehr geprägt ist wie von ihrer noch vergleichsweise kurzen Geschichte als Teil Italiens seit 1918. Mitunter wird Triest als die unitalienischste Stadt Italiens bezeichnet, da ist schon etwas dran, wenn man an die mitteleuropäische Fusion-Küche denkt, die die kulinarische Tradition bestimmt. Und doch ist Triest auch durch und durch mediterran. Natürlich kann man hier einen Badeurlaub machen – wenn auch die Sandstrände wie in Lignano oder Grado fehlen, gibt es eine ausgesprochen lebendige „Bagno“-Szene, von Traditionsanstalten wie dem Pedocin, Ausonia oder Grignano I und II bis zum kilometerlangen Gratisstrand in Barcola, bei den Topolini. Doch bietet der ehemalige Handelshafen der Habsburger darüber hinaus noch viel mehr: Kunst, Kultur, Geschichte und ein interessantes Hinterland.
Einen besonderen Reiz machen die in Triest zusammentreffenden Schnittstellen und Traditionen aus: Die Küche der ehemaligen Habsburger Kronländer, Kaffeehäuser wie in Wien, der Karst mit seinen zahllosen Geheimnissen, Menschen mit Ursprüngen aus der ganzen Welt – und das alles in einzigartig prachtvoller Lage und mit freundlichen und offenen Ortsansässigen. Zumindest sind sie noch freundlich – auch wenn die eine oder der andere beginnt, unter dem sich zunehmend entwickelnden Massentourismus zu stöhnen.
Triest ist aber auch – das lassen unsere drei Terriermischlinge ausrichten – die ideale Stadt für Hundefans. Kaum anderswo bekommt man diese Vierbeiner in so großer Vielfalt und Dichte zu sehen, außer vielleicht in Wien. Trinknäpfe vor Lokalen und Geschäften sind selbstverständlich, kaum irgendwo sind Hunde verboten, sogar in viele Supermärkte können sie mitkommen. Vielleicht auch diesem Umstand, aber vor allem auch der Allgegenwart von Apfelstrudel, „Kaiserfleisch“ und Habsburger Architektur verdankt die Stadt dann auch den oft verwendeten Spitznamen „Wien am Meer“.
